Die Rheinische Affaire

Unsere Partner in Bolivien


Aprocafé

Die Asociación Aprocafe besteht aus rund 60 Familien in verschiedenen Gemeinden der Provinz Caranavi

In den Bergen zwischen 900 und 1.700 Metern Höhe, werden eine Vielzahl typischer Arábica-Kaffeesorten kultiviert. Das subtropische Klima lässt die Kaffeepflanzen gut gedeihen, wobei auf Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit Wert gelegt wird. Der agrar-ökologische Anbau ermöglicht es den Kaffeebauern von Aprocafe eine Kaffeebohne zu erhalten, die aromatisch, konsistent und mit hohem Säuregehalt ist.
Nachdem die Organisation Asociación Aprocafe zunächst lokal für ihren Bio-Anbau zertifiziert wurde (BOLICERT), erhielt sie anschließend von IMO Control und 2002 das Bio Latina Zertifikat. 2004 begann die FLO-Zertifizierung, die sie schließlich 2006 erhielten.



Besuch und Austausch

Im September 2013 besuchte Laureano Torrez Blanco als Vertreter der Kleinbauern von Aprocafe das Rheinland und mehrere aktive Kommunen der Rheinischen Affaire.

Ungewohnt war es für Laureano Torrez Blanco: das erste Mal außerhalb Lateinamerikas, nach einem langen Flug aus dem bolivianischen Hochland in die rheinische Tiefebene. Und spannend: viele Termine in zehn Tagen, von dem direkten Handelspartner El Puente, die den Kaffee aus Bolivien importiert, über verschiedene Weltläden, die ihn in ihren Affairen-Kaffees anbieten, bis zu interessierten Schülerinnen und Schülern, die mehr über den Fairen Handel wissen wollten.
So wurde die Partnerschaft zwischen den Partnern auf beiden Seiten des Atlantiks konkret - eine "Affaire" von Angesicht zu Angesicht. Nicht zuletzt durch die Unterbringung in verschiedenen Gastfamilien lernte unser Gast auch ein Stück rheinischer Lebensrealität kennen.
Unterstützt wurde der Austausch dabei besonders von seinem Begleiter Andreas John, der nicht nur übersetzte, sondern auch eigene erfahrungen aus Bolivien einbringen konnte.



Kleine Bilderauswahl

Von Bonn bis Altenkirchen, von Andernach bis Kleve reiste Laureano Torrez Blanco durchs Rheinland und besuchte Weltläden und Schulen. Hier ein paar Eindrücke:


Vortrag in Andernach
Beim Vortrag mit lokaler Unterstützung
Besuch im Weltladen Bonn
Ausgleichssport Laureano und Janus
Gut vorbereitet beim ersten Vortrag
Im Gespräch bei der Jubiläumsschiffstour
ein letztes gemeinsames Lied
auf dem Oberdeck über den Rhein

Union Proagro: Gemeinsam für ein besseres Leben

Die Mitglieder der Kleinbauerngemeinschaft PROAGRO sind in der bolivianischen Provinz Caranavi, am Rande eines Drogenanbaugebietes in Nor Yungas, zu Hause.

Insgesamt 210 Kaffeebauern, davon 46 Frauen, aus 11 Dorfgemeinschaften gehören dem Zusammenschluss an. In Caranavi liegt ebenfalls das Büro PROAGROs, in dem zwölf Mitglieder für die Verwaltungsarbeit beschäftig werden. Darunter sind ebenfalls Kinder von Bauern, die zweite Generation von Mitgliedern der Kooperative also. Die Pflanzungen liegen in drei verschiedenen Klimazonen auf einer Höhe von 800 bis 1.600 m. Die Kaffeeernte erfolgt je nach Zone zwischen März und September.

Der Arabica-Kaffee wird unter ökologischen Gesichtspunkten ohne chemischen Dünger oder Pestizide angebaut. Um den Boden vor Erosion zu schützen, werden Terrassen angelegt und mit Bodendeckern eingegrenzt. Organischer Dünger, wie Kompost, erhält und fördert die Bodenfruchtbarkeit, spezielle Pflanzen regulieren den Stickstoffkreislauf. Kaffeekrankheiten werden mit biologischen Methoden (Pilzen, Wespen, pflanzlichen Präparaten) bekämpft, und Schattenbäume und Beikräuter bilden in Mischkultur ein gesundes Ökosystem. Der Beschnitt der Schattenbäume kann als Brennholz verwendet werden, aus der Pulpe – dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen – wird Kompost hergestellt. Die ergänzend betriebene Kleintierhaltung sorgt ebenfalls für natürlichen Dünger und stellt zugleich die Subsistenzwirtschaft sicher. (Quelle: El Puente)



Der Bio-Kaffee

Die Pflanzungen liegen auf einer Höhe von 800 bis 1.600 m. Der Arábica-Kaffee wird unter ökologischen Gesichtspunkten ohne chemischen Dünger oder Pestizide angebaut.

Auch bei der Verarbeitung des Kaffees wurde auf die Anschaffung teurer technischer Geräte verzichtet; der Kaffee wird auf den Fincas in traditioneller und ökologischer Weise verarbeitet. In jeder Gruppe gibt es nicht nur einen Präsidenten und einen Geschäftsführer, sondern ebenfalls einen Beauftragten für Qualitätssicherung, der den abzuliefernden Rohkaffee bereits vor dem Versand kontrolliert. Der Kaffee wird zentral über die Kooperative vermarktet. (Quelle: El Puente)



Die Zukunft im Blick

Die Situation der Bauern und ihrer Familien, die einst aus dem Hochland zugewandert sind, ist häufig durch extreme Armut gezeichnet.

Durch das Projekt sollen ihnen die Möglichkeiten eines legalen Anbaus aufgezeigt werden. Daneben wird eine ganzheitliche Landwirtschaft unter ökologischen Gesichtspunkten gefördert: Aufbau und Erhalt der Subsistenzwirtschaft, ein vielfältiger und abwechslungsreicher Anbau sowie Tierhaltung. Damit werden die Bauern vor der Abhängigkeit von Drogenhändlern bewahrt. Verglichen mit dem Drogengeschäft sind die Einkünfte aus dem Kaffeeanbau jedoch sehr bescheiden. Vor diesem Hintergrund ist ein langfristiger Exportpartner besonders wichtig.

Über ihren Kooperativenzuschlag von EL PUENTE will Union PROAGRO auf lange Sicht neue Häuser für die Produzenten, den Bau einer Schule sowie Gesundheitsmaßnahmen für die Mitglieder finanzieren. Derzeit entsteht eine neue, zentrale Weiterverarbeitungsanlage und die Kooperative sorgt für ein regelmäßiges Schulfrühstück und Lehrmaterialien für die Kinder. Auch eine Beteiligung am Ausbau der Straße nach La Paz ist geplant, um den Weitertransport schneller und sicherer zu gestalten.